NATALIE OBERT

*1981 in Villingen-Schwenningen, lebt und arbeitet in Berlin

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Ausgangspunkt für mein bildhauerisches Schaffen ist die Wechselwirkung zwischen dem Außen, der gebauten wie auch der sozialen Welt, und dem Innen, der geistigen Welt; die unterschiedlichen Räume bedingen einander und bilden unsere jeweilige Wirklichkeit. Meine Skulpturen, Texte und Zeichnungen sind Beobachtungen und Zeugnisse dieser gegenseitigen Einflüsse und Eindrücke.

ORTSAUFNAHMEN: Rhön – auf der Suche nach Geistern

Die Gegend um Nordheim a. d. Rhön ist geprägt durch Abwesenheit. Überall erzählt die Architektur von besseren Zeiten, dem Wirtschaftswunder der 50er und 60er Jahre in der alten BRD, wie auch die Bewohner sehnsüchtig von der Vergangenheit sprechen: damals, als noch die Amis und unzählige Bundeswehrsoldaten hier stationiert waren. Die Soldaten prägten das kulturelle Leben; es wurde getanzt, gegessen, getrunken – gefeiert. Mit der Wiedervereinigung und der Abschaffung der Wehrpflicht fiel der Landstrich in einen Dornröschenschlaf.

Im Gegensatz dazu ist die eigenwillige Landschaft allgegenwärtig. Sie könnte helfen, dem strukturellen Wandel entgegenzuwirken. Die Rhön ist Biosphärenreservat und soll Touristen anziehen. Die Landschaft hat diese Gegend schon immer beeinflusst. Es kursieren auch heute noch, in unserer so digitalisierten und modernen Gesellschaft, Geschichten über Naturgeister und Wesen, die hier leben sollen.

Während der Ausstellungsdauer von HAUS PFEFFERMANN mache ich mich auf die Suche nach den alten Geistern der Rhön: Vor Ort werde ich Bewohner interviewen, zeichnen, Tagebuch führen sowie Fotos und andere Erinnerungsstücke sammeln. Diese Eindrücke werden in einer sich wandelnden Installation zusammengeführt, die alten Erzählungen mit den jüngeren verwoben – eine Geschichte geschaffen.

AT: Ortsaufnahmen: Rhön
2017 – 2018
Mixed Media