PROJEKT

Während eines ganzen Jahres wird ein leerstehendes Haus in Nordheim v. d. Rhön zu einem Kunstlabor. Acht Künstler entwickeln Werke vor und mit dem Ort. Zusätzlich werden das Jahr über weitere Künstler zu einem Gastspiel eingeladen. Im HAUS PFEFFERMANN werden Sinneseindrücke unterschiedlicher Art erfahrbar und die Gewohnheiten des alltäglichen Lebens ästhetisch herausgefordert. Das bis dahin ungenutzte Haus wird durch die künstlerische Intervention wiederbelebt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Somit wird in dieser Region wieder ein Ort des Austauschs zwischen Ortsansässigen, Besuchern und jungen Gegenwartskünstlern geschaffen.

Der Bremer Künstler Sebastian Dannenberg greift mit Interventionen in die Architektur ein. Für HAUS PFEFFERMANN verwandelt er eine der Garagen zur leeren aber strahlenden (Werbe-)Tafel. Die Künstlerin Kerstin Liebst ist fest in der Rhön verwurzelt. Die Schönheit, der Humor und die Widrigkeiten der Gegend wie auch die einfachen Improvisationen früherer Lebensweisen sind Ausgangspunkt ihrer inszenierten Bilder. Der aus Japan stammende Klangkünstler und Orgelbauer Satoshi Morita wird ausgehend von den Gegebenheiten des Hauses ein Instrument entwickeln und HAUS PFEFFERMANN zum Klangkörper machen. Die Berliner Bildhauerin Natalie Obert setzt sich mit dem sozialen und geistigen Raum der Gemeinde und Gegend auseinander. Unter Mithilfe von BürgerInnen und weiteren ExpertInnen wird sie eine wachsende und sich stetig wandelnde Geschichten- und Bildersammlung zu Nordheim v. d. Rhön anlegen. Für den Kölner Künstler Kriz Olbricht stellt HAUS PFEFFERMANN ein Materiallager und den Rahmen seiner Arbeit. Seine bildhauerischen Malereien durchbrechen den Ort und den Raum. Der Berliner Maler Andreas von Ow findet seine Farben vor Ort. Somit bestimmt HAUS PFEFFERMANN und dessen Umgebung die Palette seiner dort entstehenden Malerei. Der Rheinländer Künstler David Semper setzt sich mit Orten und deren Geschichte aus Material und Kultur auseinander. Alltägliche Materialien wandeln sich im handwerklichen Arbeitsprozess zum Kunstwerk. HAUS PFEFFERMANN gehörte den verstorbenen Großeltern der inzwischen in Köln lebenden Künstlerin Jessica Twitchell. Die Arbeit mit und in dem Haus ist für sie eine persönliche Auseinandersetzung und Gegenüberstellung von Erinnerung und Handlung, der Vergangenheit und dem Jetzt.

Das Projekt beginnt am 01.04.2017 mit einer vierwöchigen Aufbauphase. Mit der anschließenden Eröffnung ist das Haus bis April 2018 dem Publikum zugänglich. Über den genannten Zeitraum verteilt wird die Ausstellung mit verschiedenen Veranstaltungen erweitert. Diese bieten zudem die Möglichkeit, die Installationen in ihrem jeweiligen Zustand zu besichtigen. Es steht ein eingerichtetes Gästezimmer im Ausstellungshaus für Besucher bereit, die länger in der Ausstellung und in der Region verweilen möchten. Dadurch wird eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den Werken, dem Ort und der Landschaft möglich.

Der Dokumentarfilmer Akiro Hellgardt hält HAUS PFEFFERMANN in seinen unterschiedlichen Phasen filmisch festhalten. Über die Website wird das Projekt dokumentiert und vermittelt, zudem können Besucher per Hashtags über Instagram wie in einem Gästebuch Bildmaterial der eigenen Ausstellungseindrücke hochladen und so an der Dokumentation mitwirken.

Die digitale und mediale Bestandsaufnahme transportiert die aus dem Projekt resultierenden inhaltlichen Fragestellungen und Erfahrungen ortsungebunden im digitalen Raum weiter. Durch Screenings, Vorträge und Gespräche wird HAUS PFEFFERMANN an andere Orte weitergetragen, an Dritte vermittelt wie auch Interessierte nach Nordheim geführt.