ARCHIV

Was ist Landschaft in der künstlerischen Arbeit?
EIN SOMMERFEST
mit Karin Suter, Perter Tollens und HAUS PFEFFERMANN
2. September 2017

Den August über waren die Bildhauerin Karin Suter aus Rotterdam und der Maler Peter Tollens aus Köln zu Gast im HAUS PFEFFERMANN. Gemeinsam mit Natalie Obert und Andreas von Ow vom HAUS PFEFFERMANN näherten sie sich der Frage, wie die Rhön als Landschaft Einfluss auf die eigene künstlerische Arbeit nimmt.

„Landschaft“ ist kein eindeutiger Begriff, sondern von einer über tausendjährigen, europäischen Ideen-, Literatur- und Kunstgeschichte geprägt. Landschaft kann von unterschiedlichen Standpunkten aus betrachtet werden: von ästhetischen, politischen, ökonomischen, sozialen oder philosophischen. Der Begriff der Landschaft ist also ein kompositorischer und vertritt erstmal eine Sehweise.

Was wir als schöne Landschaft oder überhaupt als Landschaft wahrnehmen ist geprägt durch künstlerische und literarische Vorbilder, die bis in die Antike zurückreichen; aber auch Gebietsaufteilungen, landwirtschaftliche Nutzung oder technische Innovationen beeinflussen unsere Sicht. Landschaft zu sehen ist eine schöpferische Tat unseres Gehirns, bei der wir bestimmte Teile unserer Umwelt ausklammern oder miteinander verbinden und damit unser eigenes Bild von Landschaft konstruieren.

I HAVE IT ALL HERE IN RED BLUE GREEN – Musikvideos früher und jetzt
Screening mit Alan Twitchell

Es ist etwas Seltsames mit den Musikvideos: In den 80ern und 90ern fungierten sie als eine Art Leitmedium für die subkulturellen Träume einer Jugend, auch in der ländlichen Idylle. Die Clips vermittelten Dresscodes und Haltungen nicht nur eines Musik-, sondern vielmehr eines Lebensstils, inklusive aller (gelegentlich produktiven) Missverständnisse, die sich einstellen, wenn man den Fehler begeht, sich lediglich auf medial vermitteltes zu verlassen. Später kam dann Charlotte Roche, die damals im Musikfernsehen noch tatsächlich inhaltliches zu erzählen hatte, und zum Aushängeschild des ambitionierten Musiksenders Viva2 wurde. Der Sender verschrieb sich redaktionell betreuten Musiksendungen, die sich völlig auf ein Nischenpublikum verliessen. Sendungen widmeten sich beispielsweise der Doom-Metal Szene Ljubljanas oder dem Benzedrin-Schmuggel im Baltikum. Um die Jahrtausendwende herum konnte man solche Sendungen in jedem deutschen Wohnzimmer empfangen – heute muss man sie suchen und findet sie vielleicht bei Vice.

Junge Filmregisseure konnten damals wilde Ideen in Musikclips ausprobieren um nicht gleich ein riesenteures Projekt an die Wand zu fahren. So entstanden spannende Clips, die sich auch als künstlerische Kurzfilmprojete verstehen lassen.

Und heute sind Musikvideos etwas für Themenabende auf Arte oder gleich für YouTube Parties. Irgendwo dazwischen will dieser Abend hin. Gezeigt werden etwa 15 Musikvideos, vor allem die früheren: Madonna, Queen – aber auch aktuelles und einiges aus der Zeit dazwischen. Wir schauen Videos, lachen wahrscheinlich viel, entdecken Konventionen, die den Genres oder der Entstehungszeit geschuldet sind und werden darüber sprechen.

Zur Person:
Alan Twitchell ist 1979 in Mellrichstadt geboren, ist Dramaturg und Performer, sowohl im Kontext der bildenden wie der darstellenden Künste. Er arbeitet unter anderem für und mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen, Marcel Schwald, Collectif Inouite und Marcelo Evelin. Zentrales Thema seiner künstlerischen Auseinandersetzung ist das Moment der Desillusionierung. „Desillusionierung im Leben ist, zu erkennen, dass niemand kann, denn sie können sich nicht ändern“ hat er von Gertrude Stein gelernt. Damit sich Desillusionierung nicht in Resignation verwandelt, setzt er auf Strategien des Paradoxen und der Karnevalisten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LESUNG
13. Mai 2017

Peter Engstler
Manzanita

Der Schriftsteller und Verleger Peter Engstler aus Oberwaldbehrungen (Rhön) liest aus seinem aktuellsten Gedichtband MANZANITA vor. Der Titel ist an den Namen einer kalifornischen Pflanze gelehnt, welche Engstler auf seinen Amerika Reisen besonders in Erinnerung blieb. Die Gedichte erinnern an Momente von Landschaft durch die Beobachtungen des Autors und entwickeln einen ganz besonderen Sog in eine gewisse Kargheit.

Im Anschluss an die Lesung spielte Markus Zink mit seiner ‘Band’. Der Musiker aus Münnerstadt hat ein vielversprechendes Repertoire aus Gesang, Saxophon, Mischpult, Gitarre, MP3Player, Looper und weiterem Equipment in seinem mobilen Allroundsoundsystem auf Lager.

Das Haus Pfeffermann freut sich besonders über den handsignierte Auszug aus dem Gedichtband Manzanita von Peter Engstler.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ERÖFFNUNG HAUS PFEFFERMANN
28. April 2017

Begrüßung: Thomas Fischer, Bürgermeister, Gemeinde Nordheim v. d. Rhön
Einführung: Dr. Astrid Hedrich-Scherpf, Kulturagentur Landkreis Rhön-Grabfeld